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Frauen klettern anders: Boulderschuhe für Damen

Boulderschuhe für Damen

Frauen und Männer unterscheiden sich. Nicht nur in der Anatomie, den Sozialkontakten und dem Fahrstil beim Auto äußert sich das, sondern auch im Sport. Vor allem beim Bouldern kann man das gut beobachten – Nicht ohne Grund gibt es spezielle Boulderschuhe für Damen.

Das ist zu einem guten Teil der unterschiedlichen Anatomie geschuldet: Männer haben ihren Körperschwerpunkt meist im Bereich von Brustkorb und Schultern während er bei Frauen im Gesäß oder am Oberschenkel sitzt. Anderer Schwerpunkt, anderer Kletterstil. Dazu kommt, dass Männer tendenziell stärkere und voluminösere Muskulatur aufbauen. Sie sind also stärker.

Frauen klettern deshalb nicht schlechter. Sie machen einfach nur viel mehr durch Technik wett. Und Frauen haben einen im Vergleich zu den Beinen kürzeren Oberkörper. Sie sind zwar vielleicht kleiner als Männer, haben aber trotzdem die längeren Beine. Auch das wirkt sich auf die Klettertechnik, die Kraft und damit die Kraftausübung durch den Schuh aus.


Andere Größenverhältnisse

Weibliche Proportionen sind einfach anders. Dir passen die Leihschuhe in Deiner Kletterhalle nicht? Sind vermutlich Unisexschuhe oder Männerschuhe. Frauen haben in der Regel schmalere Füße und schlankere, längere Zehen als Männer. Die Muskulatur im Fuß ist durch das Tragen von Highheels anders ausgebildet, so dass der Schuh auch eine andere Form haben sollte als ein Männerschuh.

Darauf nehmen aber eher wenige Hersteller Rücksicht. Boulderschuhe sind zu einem großen Teil immer noch unisex, also Männerschuhe. Ein paar Hersteller wie VCR* und La Sportiva* wissen das und haben auch Modelle speziell für Frauen im Sortiment.

Aber es muss auch nicht immer der Damenschuh sein (vergiss Glitzer, Rüschen und Schnallen), wenn der Unisex-Schuh eine vernünftige Schnürung hat (Spoiler!), passt das auch. Im wahrsten Wortsinn.


Scarpa Drago: Leicht und präzise, flexible Boulderschuhe für Damen

Der Drago von Scarpa* ist seit 2016 auf dem Markt und damit nicht mehr ganz taufrisch. Trotzdem ein toller Schuh: Das weiche, dünne Material garantiert Feinfühligkeit und absolute Flexibilität. Oben ist der Schuh in Rot und in Gelb gehalten, unten sitzt eine schwarze Sohle. Drago ist Italienisch und heißt „Drache“, und so wirkt der Schuh dann auch.

Generell ist der Drago nicht so anders gemacht als der Furia von Scarpa*, hat aber etwas weniger Gummi an der Ferse und im vorderen Fußbereich. Dadurch ist der Schuh leichter und weniger voluminös. Auch nett: Das Gummi ist über die Zehen nach oben gezogen und bildet eine kleine Kappe. Wie eine Gummisocke, so ein bisschen. Damit sind Toehooks ein Traum!

Scarpa Drago Kletterschuhe

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Scarpa Drago ideale Boulderschuhe für Damen im High-End Bereich

Starker Vorspann und enge Passform sorgen mit dem einen Klettverschluss dafür, dass der Drago sehr knapp und gut sitzt. Der Schuh bietet bei Books Halt und verabschiedet sich nicht so schnell. Als angenehm habe ich empfunden, dass das Toepad etwas verlängert ist. Die Hooks fallen damit noch leichter, sowie der Schuh halbwegs eingeklettert ist.

Aber damit ist auch schon klar, dass der Drago nichts für Anfängerinnen ist. Diese Boulderschuhe für Damen sind für hohe und höchste Ansprüche gedacht. Und, ganz klar, nach wenigen Stunden Bouldern schmerzen die Füße und brauchen eine Pause.

Allerdings beschränkt sich das Gefühl nicht auf die Zehen, die bei diesem Schuh erstaunlich gut geschützt sind. Die weiche textile Oberfläche, die sich so toll an den Fuß anpasst, fordert einfach irgendwann ihren Tribut.


La Sportiva Tarantula: Boulderschuhe für Damen und für Herren

Normalerweise bin ich von Boulderschuhen in unisex gar nicht begeistert. Trotzdem: Wenn viele Leute einen Schuh toll finden, hat das vermutlich einen Grund. Der Tarantula von La Sportiva* ist immer wieder in Kletterhallen zu sehen.

In der gelben Version wird er zwar als Damenschuh verkauft, ist aber (abgesehen von der Größenauswahl) gar nicht anders als die blaue und orange Variante, die meist als Herrenschuh vertrieben werden. Der Schuh ist bequem geschnitten, hat nur eine leichte Vorspannung und ist moderat asymmetrisch. Kein Downturn, Klettverschluss. Er sieht etwas nichtssagend aus, von allem eben ein bisschen, aber nicht zu viel.

Die Kanten der Sohlen sind stark ausgearbeitet, der Schuh hat eine platte, große Trittfläche und kann an feinen Kanten dementsprechend viel rausholen. Aber das gilt eben für die gesamte Trittfläche – für Einsteigerinnen ist das perfekt. In den höheren Graden bewegst Du Dich anders, der Mittelfuß kommt da eigentlich nicht mehr zum Einsatz.

 

La Sportiva S.p.A. Tarantula Men

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Boulderschuhe für Damen oder Kletterschuhe für Damen?

Der Tarantula von La Sportiva* ist beides. Im Bereich Bouldern ist der Schuh zuverlässig und treu, sorgt auch bei Anfängerinnen für Erfolgserlebnisse und sitzt bequem am Fuß. Wer lieber an der Wand klettert, lange Routen schätzt und die Höhe braucht, ist mit dem Schuh ebenfalls gut dabei. Der Tarantula sitzt auch nach 10 Metern Höhe noch bequem am Fuß und drückt nicht.

Für Allrounder in der Kletterhalle also ein super Schuh. Ich persönlich mag den Tarantula nicht so sehr, denn meine Füße sind zu schmal für den Schuh, vor allem im Bereich von Ballen und Zehen kann ich den Tarantula nicht eng genug ziehen. Ich mag es lieber, wenn der Fuß auch am Spann eng umfangen ist und dafür weniger Masse (und vor allem Breite) hat.


Unisex Boulderschuhe für Damen von Ocun: Rock pillards Diamond

Noch ein Unisex-Schuh, diesmal aber zum Schnüren. Und das ist der große Vorteil vom Rock Pillards Diamond*, der sich dank langer Schnürung von den Zehen bis zum Knöchel perfekt an Deinen Fuß anpassen lässt.

Zugegeben: Für einen Boulderschuh, der ständig an- und ausgezogen wird, ist das viel Arbeit. Denn die Schnürung wird jedesmal von vorne bis hinten nachgezogen, so dass der Schuh eng wie eine Socke sitzt. Aber das lohnt!

ROCK PILLARS Diamond

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High Performance Boulderschuhe, der schmalen Damenfüßen Power gibt

Der Hersteller Ocun hat dem Rock Pillars Diamond* eine starke Vorspannung, heftigen Downturn und ordentlich Asymmetrie verpasst. Das ist kein Schuh, den man freiwillig für längere Routen trägt. Dafür bringt er Leistung und pusht auch in Bereichen, für die die Technik und die Fußmuskulatur eigentlich noch nicht ausreichen.

Der Rock Pillars Diamond verhilft Dir zu Halt und gutem Tritt auch da, wo Du eigentlich keinen Halt mehr findest, weil die Zehen nachgeben. Hooks sind ein Traum mit dem Schuh, denn die asymmetrische Schnürung hält ihn fest am Fuß, die hochgezogenen Gummis (Mischung ist Klasse, die klebt an der Wand) an den Seiten und den Zehen verstärken den Zug ordentlich.

In der Fußwölbung liegt der Schuh eng an, so dass auch sehr differenziert geklettert werden kann. Mir hat der Rock Pillars Diamond in der Halle viel Spaß gemacht, am Felsen konnte ich ihn leider nicht testen. Aber die Performance war vielversprechend. Der Schuh ist gut verarbeitet, für den Preis absolute Spitze. Meine Füße mochten allerdings den Downturn und die starke Asymmetrie nicht so sehr.

Wenn ich in der Boulderhalle bin, dann auch gerne mal einen halben Tag lang. Ich bin faul und lass meine Schuhe auch in den Pausen zwischen den Routen gerne an. Dafür hat Ocun den Schuh aber nicht gemacht. Wer Boulderschuhe für Damen und einen High-Performance Schuh mit erstklassigem Sitz will, bezahlt mit häufigem, langem Schnüren, und das mit unter Umständen steifen und schmerzenden Fingern … Für diejenigen, die auf quick and dirty stehen, ist der Schuh aber die perfekte Lösung!